Ein Demokonto simuliert den Handel mit virtuellem Guthaben. Du kannst Aufträge aufgeben und die Bedienung einer Plattform lernen, ohne bei diesen simulierten Trades echtes Handelskapital zu verlieren. Das macht es zu einem Lernwerkzeug – nicht zu einem Beleg, dass dieselben Ergebnisse später mit Echtgeld erreichbar sind.

Ob ein Demoangebot kostenlos ist, wie lange es läuft und welche Märkte oder Funktionen enthalten sind, bestimmt der Anbieter. Unbegrenzte Laufzeit und Zugang ohne Voraussetzungen sind keine allgemeinen Eigenschaften jedes Demokontos.

Was du damit sinnvoll prüfen kannst

Im Mittelpunkt stehen zunächst sichere Abläufe: das richtige Symbol wählen, Kauf und Verkauf unterscheiden, Menge eingeben, einen Auftrag ändern und eine Position vollständig schließen. Dabei fallen viele Bedienfehler auf, die im Echtgeldkonto teuer wären.

Erst danach folgt eine Strategieübung. Dafür brauchst du vorher festgelegte Regeln. Wer nach jedem Verlust neu startet oder das virtuelle Guthaben auffüllt, misst keine zusammenhängende Entwicklung. Gewinne sind zudem wertlos als Vergleichsmaßstab, wenn das Demo zehnmal mehr Kapital oder größere Verluste zulässt als später geplant.

MetaTrader 5 beschreibt die Einrichtung von Demo- und Echtkonten. Die Auswahl von Server, Kontotyp, Guthaben und Hebel gehört zur Kontoeinrichtung; das konkrete Angebot kommt vom jeweiligen Broker.

Ein Übungsplan für fünf Sitzungen

Sitzung Aufgabe und prüfbares Ergebnis
1: Orientierung Symbol, Kontowährung und Kontraktgröße finden; Wert einer Preisbewegung selbst erklären
2: Orders Limitauftrag platzieren, ändern und löschen; offene Order von offener Position unterscheiden
3: Ausstieg Stop und Ziel setzen, Teilmenge schließen, Restposition und verbliebene Orders kontrollieren
4: Kosten Spread, separate Kommission und mögliche Finanzierung im Bericht identifizieren
5: Wiederholung Den gesamten Ablauf ohne spontane Regeländerung durchführen und im Journal dokumentieren

Die Sitzungen sind eine Bedienübung, keine zeitliche Empfehlung für den Wechsel zu Echtgeld. Wiederhole schwierige Schritte, bis du sie erklären kannst. Ein begrenzter Demozeitraum ist kein Grund, Geld zu riskieren.

Realistische Größen statt Fantasiekonto

Angenommen, du möchtest ein virtuelles Konto von 2.000 Euro modellieren und setzt für eine Lernrechnung ein geplantes Preisrisiko von 10 Euro an. Bei 20 Punkten Abstand zum Stop dürfte die gesamte Position rechnerisch 0,50 Euro je Punkt bewegen: 10 / 20 = 0,50.

Prüfe nun, ob die Plattform eine solche Größe überhaupt erlaubt. Ist die kleinste handelbare Größe 1 Euro je Punkt, wären es schon 20 Euro geplantes Preisrisiko. Dann passt dieser Kontrakt nicht zu deiner Übung. Verkürze den Stop nicht willkürlich, nur damit die Mindestgröße hineinpasst. Kosten und mögliche Ausführung jenseits des Stops kommen zusätzlich hinzu; ein gewöhnlicher Stop garantiert den Verlustbetrag nicht.

Die Positionsgrößenrechnung erklärt diesen Zusammenhang. Das Zahlenbeispiel ist keine Empfehlung für ein bestimmtes Risikobudget.

Wo die Simulation endet

Demokonten können andere Ausführungsannahmen verwenden als Echtgeldkonten. Ob Slippage, Teilausführungen, verzögerte Kurse, Kommissionen und Finanzierung realitätsnah abgebildet werden, musst du konkret prüfen. Auch wenn eine Simulation einen Kurs liefert, ist damit nicht bewiesen, dass ein echter Auftrag in deiner Größe dort ausgeführt worden wäre.

FxPro erläutert in seinen FAQ den Zweck von Demokonten und die Unterschiede zur realen Ausführung. Das ist eine Anbieterbeschreibung, kein unabhängiger Test. Die emotionalen Folgen realer Verluste kann eine Simulation ebenfalls nur begrenzt abbilden. Daraus folgt kein Zwang, für eine „echte Lernerfahrung“ früh Geld einzusetzen.

Notiere im Trading-Journal deshalb neben dem Ergebnis: geplanter Ablauf, Bedienfehler, Kostenannahmen und Abweichungen von der Regel. Bei Strategieversuchen gehören auch ausgelassene Signale dazu; sonst entsteht im Rückblick ein geschöntes Bild.

Wann das Demo seinen Zweck erfüllt hat

Ein brauchbares Ergebnis ist: Du kennst Instrument und Stückelung, kannst einen Auftrag kontrolliert eingeben und löschen, verstehst den Kontobericht und erkennst die Grenzen des Tests. Ein positiver Kontostand allein erfüllt diese Anforderungen nicht. Ein kurzer Gewinnlauf kann Zufall sein.

Vor einem möglichen Echtgeldkonto stehen zusätzlich die Vertrags- und Registerprüfung, eine vollständige Kostenrechnung und die Frage, ob du die Verluste finanziell tragen kannst. Du kannst dich nach einer Demo auch gegen den Handel entscheiden.

Ein Angebot auswählen

Vergleiche denselben Markt auf derselben Art von Konto. Eine Aktien-Demo hilft nur bedingt beim Lernen eines CFD-Kontrakts. Frage nach Laufzeit, Rücksetzung, Datenverzögerung und den Unterschieden zur Liveversion. Sichere keine Zugangsdaten in öffentlichen Screenshots.

Unsere Brokerübersicht enthält kommerzielle Anbieterlinks. TradingCode hat Affiliate-Beziehungen zu AvaTrade und FxPro und kann bei einer vermittelten Geschäftsbeziehung vergütet werden. Diese Beziehung ist kein Beleg für bessere Demo- oder Liveergebnisse. Auch andere Anbieter kommen infrage, wenn ihre Simulation zu deinem Lernziel passt.

Stand der redaktionellen Prüfung: 26. September 2026.

Wenn du deine Demoübungen in einen strukturierten Lernprozess einordnen möchtest, bietet unser eigenes Buch „Der Trading-Code“ ergänzende Grundlagen zu Handelsplanung und Risiko.