Die CFD-Positionsgröße berechnest du aus deinem gewählten Geldrisiko, dem Abstand zum Stop und dem Geldwert eines Kurspunkts. Die Grundrechnung lautet:

Positionsgröße = Geldrisiko ÷ (Stopabstand × Punktwert je Einheit).

Anschließend prüfst du Kosten, zulässige Mindestgröße, Größenschritte und Margin. Das Ergebnis beschreibt eine geplante Position. Es garantiert keinen maximalen Verlust, denn eine gewöhnliche Stop-Order kann zu einem anderen Preis ausgeführt werden.

Hier rechnen wir einen fiktiven Index-CFD vollständig durch. Alle Kurse, Vertragsgrößen und Gebühren sind Lernannahmen, keine aktuellen DAX- oder AvaTrade-Konditionen und keine Empfehlung für dein persönliches Risiko.

Welche Angaben brauchst du?

Eingabe Annahme für unser Beispiel
Kontoeigenkapital vor dem Trade 5.000 Euro
Gewähltes Budget für die erste Rechnung 25 Euro, also 0,5 %
Geplanter Long-Einstieg 20.000 Punkte
Geplanter Stop-Ausstieg 19.960 Punkte
Geldwert je Punkt und einer Einheit 1 Euro
Mindestgröße und Größenschritt jeweils 0,1 Einheiten

„Eine Einheit“ ist hier eine eigens definierte Rechengröße. Ein Lot bedeutet nicht bei jedem Instrument dasselbe. Übernimm Punktwert, Kontraktgröße, Tickgröße, Währung und zulässige Stückelung aus der Spezifikation des konkreten Brokerinstruments. Die Instrumentübersicht von AvaTrade ist beispielsweise ein Ausgangspunkt; maßgeblich sind die Angaben für dein Instrument, deine Plattform und dein Konto.

Unser Beispiel verwendet angenommene Ausführungspreise. Bei einer Long-Position kaufst du gewöhnlich zum Ask und verkaufst zum Bid. Berechnest du den Abstand stattdessen aus einem Chartpreis, musst du prüfen, welche Kursseite der Chart und die Stop-Auslösung verwenden.

Long-Beispiel: von 25 Euro zu 0,6 Einheiten

Der Stopabstand beträgt 20.000 − 19.960 = 40 Punkte. Eine Einheit hätte bis zu diesem angenommenen Ausstieg einen Kursverlust von 40 × 1 Euro = 40 Euro.

Die theoretische Größe ist deshalb 25 ÷ 40 = 0,625 Einheiten. In unserem Beispiel sind nur Schritte von 0,1 erlaubt. Wir runden auf 0,6 Einheiten ab. Der geplante Kursverlust beträgt dann:

40 Punkte × 1 Euro je Punkt und Einheit × 0,6 Einheiten = 24 Euro.

Auf 0,7 aufzurunden wäre eine andere Entscheidung: 28 Euro geplanter Kursverlust überschreiten das gewählte Budget bereits vor weiteren Kosten. Prüfe beim echten Instrument außerdem, ob Größen auf genau diesem Raster liegen.

Kostenreserve: warum 0,6 trotzdem zu viel sein können

Die 24 Euro enthalten noch keine separat angesetzten Gebühren. Bei zusätzlich angenommenen 1,20 Euro Kosten wäre der Verlust 25,20 Euro. Das ursprüngliche Budget von 25 Euro wäre überschritten.

Für eine zweite Planung reservieren wir deshalb pauschal 3 Euro für zusätzliche Kosten und mögliche Ausführungsabweichungen. Diese Reserve ist frei gewählt und keine Obergrenze für Slippage. Für die geplante Kursbewegung bleiben 22 Euro:

(25 − 3) ÷ 40 = 0,55 → abgerundet 0,5 Einheiten.

Damit ergeben sich 20 Euro geplanter Kursverlust plus 3 Euro Reserve, zusammen 23 Euro. Kosten können von der Größe und Haltedauer abhängen. Kontrolliere sie nach dem Runden erneut. Wenn deine Rechnung bereits tatsächliche Bid-/Ask-Ausführungen verwendet, darfst du den Spread nicht nochmals pauschal abziehen. Die CFD-Kostenrechnung zeigt das im Detail.

Short-Beispiel: gleiche Rechnung, andere Richtung

Bei einem angenommenen Short-Einstieg zu 20.000 liegt der Stop bei 20.040 Punkten. Der Verlustabstand ist 20.040 − 20.000 = 40 Punkte. Bei demselben Punktwert und Budget entstehen dieselben Größen wie im Long-Beispiel.

Short bedeutet jedoch: Verkauf zum Einstieg, Rückkauf zum Ausstieg. Verwende die dafür passenden Kursseiten. Die Rechnung arbeitet mit einem positiven Verlustabstand; ein falsches Minuszeichen darf keine negative Positionsgröße erzeugen.

Was passiert bei einer schlechteren Stopausführung?

Angenommen, die ursprüngliche Long-Position mit 0,6 Einheiten wird wegen einer Kurslücke erst bei 19.935 statt bei 19.960 geschlossen. Dann beträgt der Kursverlust 65 × 1 × 0,6 = 39 Euro, zuzüglich separat anfallender Kosten.

Bei 0,6 Einheiten ergeben 40 Punkte Abstand 24 Euro Verlust; 65 Punkte bis zur tatsächlichen Ausführung ergeben 39 Euro, jeweils vor Zusatzkosten.
Eigene hypothetische Rechnung. Ein geplantes Risikobudget ist kein garantierter Verlustdeckel.

Die Möglichkeit einer Ausführung jenseits des Stoppreises erläutert auch IG anhand von Stop-Orders. Entscheidend sind die Bedingungen deiner konkreten Order.

Wann ist die Mindestgröße zu groß?

Wäre bei ansonsten gleichen Annahmen mindestens eine ganze Einheit erforderlich, läge der geplante Kursverlust bei 40 Euro. Das passt nicht zum gewählten 25-Euro-Budget. Die Rechenlösung lautet dann nicht, den Stop ohne sachlichen Grund enger zu setzen. Die geplante Kombination aus Instrument, Stop und Budget ist nicht umsetzbar.

Auch eine ausreichend kleine Position muss die Marginbedingungen erfüllen. Margin ist eine zusätzliche Voraussetzung, kein Ersatz für die Risikorechnung. Bei mehreren offenen Positionen musst du außerdem das gemeinsame Risiko betrachten.

Fremdwährung und Tickwert

Lautet der Punktwert nicht in deiner Kontowährung, rechne ihn vor der Größenbestimmung um. Ein fiktiver Punktwert von 1 US-Dollar entspricht bei angenommenen 0,90 Euro je Dollar 0,90 Euro. Bei 40 Punkten und 25 Euro Budget wären das zunächst 25 ÷ 36 = rund 0,694 Einheiten, vor Kosten und Rundung. Der Umrechnungskurs kann sich ändern.

Ein Tick ist die kleinste Kursänderung, ein Punkt eine andere Preiseinheit. Angenommen, ein Tick beträgt 0,5 Punkte und ist 0,50 Euro wert: Dann beträgt der Punktwert 1 Euro. Tickwert und Punktwert dürfen nicht verwechselt werden.

Arbeitsblatt und eigene Übung

Das Arbeitsblatt zur Positionsgröße öffnen und drucken enthält ausgefüllte Long-/Short-Fälle sowie Platz für eigene Eingaben. Die Beispielrechnungen als CSV lassen sich in einer Tabellenkalkulation öffnen; sie enthalten Werte, keinen automatischen Rechner.

Übung: 18 Euro Budget, 30 Punkte Stopabstand, 2 Euro Punktwert je Einheit, Schritte von 0,1. Ohne Kosten ergibt sich 18 ÷ (30 × 2) = 0,3 Einheiten. Mit einer angenommenen Reserve von 3 Euro bleiben 0,25 theoretische Einheiten, abgerundet 0,2. Geplanter Kursverlust plus Reserve: 12 + 3 = 15 Euro.

Weiterlernen

Wenn du den Stopabstand aus der Schwankungsbreite ableitest, verbindet die ATR-Rechnung Indikatorwert, Abstand und Stückzahl in zwei vollständigen Szenarien.

Rechne als Nächstes Margin, Hebel und Marktengagement auseinander. Für einen geordneten Einstieg findest du auf der Buchseite zu „Der Trading-Code“ die Inhalte und verfügbaren Ausgaben.