Eine brauchbare Tradingplan-Vorlage legt fest, was du wann handelst, wodurch ein Einstieg ausgelöst wird, wie groß die Position sein darf und wie sie beendet wird. Genauso konkret beschreibt sie, wann du keinen Trade machst.
„Diszipliniert handeln“ oder „nur gute Setups nehmen“ reicht nicht. Eine andere Person sollte anhand derselben Informationen erkennen können, ob deine Regel erfüllt ist. Dafür bekommst du hier eine leere PDF-Vorlage, ein ausgefülltes PDF-Beispiel und die Erklärung der Felder. Beides ist ohne Anmeldung verfügbar.
Der Musterplan ist eine fiktive Demoübung, keine geprüfte profitable Strategie und keine persönliche Handelsempfehlung. Für einen tatsächlichen Markt fehlen bewusst dessen Vertrags- und Ausführungsdaten; diese darfst du nicht aus unseren Lernwerten übernehmen.
Tradingplan, Checkliste und Journal sind verschiedene Dinge
| Unterlage | Zeitpunkt | Aufgabe |
|---|---|---|
| Tradingplan | Vor der beobachteten Situation | Legt die Regeln und ihre Version fest |
| Checkliste | Vor einer konkreten Order | Prüft, ob diese Situation zu den Regeln passt |
| Journal | Während und nach der Ausführung | Hält tatsächliche Preise, Kosten und Abweichungen fest |
Ein Plan ist nicht dadurch gut, dass er besonders umfangreich ist. Entscheidend ist, dass seine Regeln überprüfbar sind. Das Journal darf umgekehrt nicht nur den ursprünglichen Wunsch enthalten. Es muss zeigen, was wirklich geschah. Die CME Group erläutert den Nutzen eines Trade Logs für die Nachbetrachtung.
Ein ausgefüllter Musterplan
Der Plan gehört zum Donchian-Lernbeispiel mit sechs erfundenen Fünf-Minuten-Kerzen. Die Zeitangaben beschreiben nur dieses Beispiel. Sie behaupten keine geeignete Sitzung oder Broker-Handelszeit.
| Feld | Musterantwort |
|---|---|
| Zweck und Version | Demoübung DC-3-L, Version 1; Regelanwendung prüfen, keine Renditevorgabe |
| Daten und Instrument | Synthetischer Index-CFD, ein Euro je Punkt und Einheit; Daten im Donchian-Artikel |
| Zeitfenster | 09:00–09:30 Europe/Berlin; fünf Minuten je Kerze |
| Richtung und Umfang | Nur Long; ein Versuch pro Fenster, eine Position, keine Aufstockung |
| Kanal | Hoch/Tief der drei vorherigen abgeschlossenen Kerzen |
| Signal | Schluss einer abgeschlossenen Kerze liegt über ihrem vorherigen Oberband |
| Einstiegsprüfung | Nächste Kerzeneröffnung; bei mehr als 0,5 Punkten Abweichung zum Signalschluss auslassen |
| Anfangsstop | Zwei Punkte unter dem tatsächlich angenommenen Einstieg; danach nicht ausweiten |
| Geld und Größe | 20 Euro geplantes Kursrisiko; zwei Euro angenommene Zusatzkosten; zehn Einheiten bei zwei Punkten Abstand |
| Ausstieg | Stop; alternativ Schluss unter vorherigem Unterband → nächste Eröffnung; spätestens Schließungsauftrag um 09:30 |
| Ende | Kein neuer Einstieg um/nach 09:30; nach dem Versuch nur noch dokumentieren |
Die Größenrechnung lautet 20 ÷ (2 × 1) = 10 Einheiten. Das ist keine Empfehlung für dein Konto. Die Anleitung zur Positionsgröße zeigt, wie du Geldbudget, Punktwert, Mindestgröße und Rundung zusammenbringst. Die erforderliche Margin kommt als separate Prüfung hinzu.
Bei einem echten Instrument müssen vor der ersten Order genaue Symbole, Kursseiten, zulässige Größen, Orderarten, Kosten, Handelszeiten und das Verhalten bei Kurslücken feststehen. Der Musterplan ersetzt diese Angaben nicht. Auch die eingeplanten zwei Euro sind keine sichere Obergrenze für tatsächliche Kosten oder Slippage.
Der Plan muss auch „kein Trade“ zulassen
Im Muster gilt das beispielsweise, wenn noch keine drei Vorgängerkerzen vorliegen, kein bestätigter Ausbruch existiert, die Abweichung am Einstieg größer als 0,5 Punkte ist oder der einzige Einstiegsversuch bereits verbraucht wurde.
Für deinen eigenen Plan brauchst du zusätzliche Kriterien passend zu deinem Markt. Statt „bei wichtigen Nachrichten vorsichtig sein“ könnte eine überprüfbare Demo-Regel etwa festlegen, dass zehn Minuten vor bis zehn Minuten nach einem vorab benannten Termin keine neuen Orders aufgegeben werden. Diese frei gewählte Zeitspanne ist keine Empfehlung oder Zusage, außerhalb davon sei das Risiko gering. Welche Termine und welche Quelle gemeint sind, gehört ebenfalls ins Regelblatt. Der vorhandene Wirtschaftskalender hilft bei der Recherche.
Wenn die kleinste erlaubte Position dein gewähltes Geldbudget überschreitet, passt die Kombination nicht zum Plan. Den Stop nur deshalb enger zu setzen, würde die getestete Idee verändern. Bei Datenlücken oder unklarer Orderfunktion ist zunächst die fehlende Information zu klären.
Die kurze Checkliste vor dem Ausführen
- Stimmen Instrument, Datenquelle und Zeitfenster?
- Ist das Signal nach der gespeicherten Regelversion tatsächlich bestätigt?
- Sind Preisabstand, Punktwert und Größe nachgerechnet?
- Sind Zusatzkosten, Margin und andere offene Risiken berücksichtigt?
- Sind Ausstieg und Nicht-Handeln-Bedingungen eindeutig?
- Kannst du Order und spätere Änderungen während der nötigen Zeit verfolgen?
Eine fehlende Antwort wird nicht durch eine attraktive Chartformation ersetzt. Schreibe sie als offenen Punkt auf. Erst wenn die Regel wieder eindeutig angewandt werden kann, lässt sich die Demoübung sinnvoll fortsetzen.
Woran erkennst du einen Regelbruch?
Im Donchian-Beispiel ist der Einstieg zu 105 regelkonform. Danach fällt der Preis zum angenommenen Stop bei 103: 20 Euro Kursverlust, bei zwei Euro Gebühren insgesamt 22 Euro Verlust. Das ist zunächst ein regelkonformer Verlust, kein Beweis für schlechte Disziplin.
Würdest du hingegen den Stop nachträglich von 103 auf 101 verschieben, wäre es ein Regelbruch, selbst wenn die Position später zufällig gewänne. Das Trading-Journal in R hält Ergebnis und Regelbefolgung deshalb getrennt fest.
So verwendest du die Downloads
Die ausgefüllte Ein-Seiten-PDF dient als Lesebeispiel. In die leere Ein-Seiten-PDF schreibst du deinen eigenen Plan; sie enthält keine vorausgewählten Risikoprozente. Du kannst beide ausdrucken oder mit deinem PDF-Programm annotieren. Es sind keine interaktiven Berechnungsformulare.
Wenn du direkt aus dem Browser drucken möchtest, öffne das leere HTML-Regelblatt oder das ausgefüllte HTML-Regelblatt. Auch diese beiden Vorlagen sind manuelle Arbeitsblätter ohne automatische Berechnung oder Speicherung.
Vergib vor der Übung eine Versionsnummer. Überarbeite eine Regel im Review und starte die nächste Beobachtung mit einer neuen Version, statt das ursprüngliche Dokument nach Kenntnis des Ergebnisses umzuschreiben. Ein kurzer geplanter Review nach jedem Übungsfenster genügt zunächst, um fehlende Angaben zu finden.
Für den zusammenhängenden Lernweg führt dich die Buchseite zu „Der Trading-Code“ zu den beschriebenen Inhalten und Ausgaben. Die Vorlage dieses Artikels bleibt eine eigenständige Lernhilfe.