Um CFD-Kosten zu berechnen, trennst du zwei Ebenen: Kosten, die bereits in deinen Ausführungspreisen stecken, und Beträge, die zusätzlich gebucht werden. Rechnest du mit tatsächlichem Kauf- und Verkaufspreis, ist der Spread bereits enthalten. Ziehst du ihn nochmals ab, zählst du ihn doppelt.
Die folgende Rechnung verwendet einen fiktiven Index-CFD und ausdrücklich angenommene Tarife. Sie zeigt die Methode, keinen aktuellen Brokerpreis und keine erwartbare Rendite. Handelsbedingungen und Finanzierung können sich ändern.
- Welche Kosten gehören wohin?
- Bid, Ask und die vermeintlich kostenlose Nullbewegung
- Eine positive Kursbewegung vollständig abrechnen
- Overnight: gleiche Preisbewegung, andere Belastung
- Slippage ist keine zusätzliche Pauschalgebühr
- Kosten können einen kleinen Gewinn in einen Verlust verwandeln
- So führst du dein Kostenblatt
- Der nächste Schritt
Welche Kosten gehören wohin?
| Bestandteil | Wo du ihn in deiner Rechnung findest |
|---|---|
| Spread zwischen Bid und Ask | Bereits in den verwendeten Ausführungspreisen enthalten |
| Kommission/Ordergebühr, falls erhoben | Separat nach Preisverzeichnis und Abrechnung |
| Finanzierung/Swap | Nach Belastungszeitpunkt, Instrument, Richtung und Tarif |
| Slippage | In der Abweichung zwischen erwartetem und tatsächlich ausgeführtem Preis |
| Währungsumrechnung | Nach Konto-/Ergebniswährung und geltender Umrechnung |
| Kontogebühren | Separat, etwa nach Inaktivität; nicht mit jeder Order gleichzusetzen |
AvaTrade beschreibt in seiner Gebührenübersicht unter anderem Spread, Overnight- und mögliche Kontogebühren. Prüfe die aktuellen Bedingungen deines eigenen Kontos; eine Kategorie muss nicht bei jedem Produkt in gleicher Form anfallen.
Bid, Ask und die vermeintlich kostenlose Nullbewegung
Unser fiktiver Markt zeigt zum Einstieg Bid 19.999 / Ask 20.001. Die Mitte liegt bei 20.000, der Spread beträgt zwei Punkte. Wir kaufen 0,5 Einheiten zum Ask von 20.001. Je Einheit gilt ein Euro je Punkt; unsere Position bewegt deshalb 0,50 Euro pro Punkt.
Würden wir bei unveränderten Kursen sofort zum Bid von 19.999 verkaufen, ergäbe sich:
(19.999 − 20.001) × 0,50 Euro = −1 Euro.
Die Marktmitte hat sich nicht bewegt. Trotzdem ist durch den Abstand zwischen Kauf- und Verkaufspreis ein Verlust entstanden. Dafür brauchst du in der Preisrechnung keinen zweiten Spreadabzug.
Eine positive Kursbewegung vollständig abrechnen
Später lautet die Quote Bid 20.039 / Ask 20.041. Die Marktmitte ist um 40 Punkte gestiegen. Wir schließen zum Bid von 20.039.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Vergleich anhand der Marktmitten | 40 Punkte × 0,50 Euro | +20 € |
| Tatsächliches Preisergebnis | (20.039 − 20.001) × 0,50 Euro | +19 € |
| Angenommene separate Einstiegsgebühr | −1 € | |
| Angenommene separate Ausstiegsgebühr | −1 € | |
| Ergebnis nach diesen Kosten, intraday | 19 − 1 − 1 | +17 € |
Die Differenz von einem Euro zwischen Marktmittenvergleich und tatsächlichem Preisergebnis bildet hier den Einfluss der beiden Kursseiten bei konstantem Spread ab. Nach der Rechnung mit 20.001 und 20.039 wird dieser Euro nicht erneut abgezogen. Die zwei Gebühren sind ausschließlich Lernannahmen, keine Behauptung über AvaTrade oder einen anderen Anbieter.
Overnight: gleiche Preisbewegung, andere Belastung
Für einen reinen Kostenvergleich halten wir die Ausführungspreise fest und nehmen zusätzlich 2 Euro pro Finanzierungseinheit an. Eine Finanzierungseinheit meint hier genau eine Belastung dieses angenommenen Betrags, nicht zwangsläufig einen Kalendertag.
| Szenario bei denselben Ausführungspreisen | Finanzierung | Ergebnis nach angenommenen Gebühren und Finanzierung |
|---|---|---|
| Vor der ersten Finanzierung geschlossen | 0 € | +17 € |
| Eine angenommene Finanzierungseinheit | 2 € | +15 € |
| Drei angenommene Finanzierungseinheiten | 6 € | +11 € |
In der Praxis können Long- und Short-Sätze, Berechnungsbasis, Belastungstage und Mehrfachbelastungen unterschiedlich sein. Aus „drei Nächte“ folgt deshalb nicht automatisch das Dreifache eines beliebigen Tagessatzes. Die tatsächliche Kursentwicklung wäre ebenfalls nicht unverändert. AvaTrades Hilfe zur Overnight-Prämie verweist dafür auf die geltenden Handelsbedingungen.
Wenn ein Tarif einen Jahreszinssatz verwendet, brauchst du zusätzlich die vorgesehene Bemessungsgrundlage, Tagesbasis und Belastungsregeln. Wenn er Geld pro Einheit oder Punkte nennt, ist eine andere Rechnung nötig. Übernimm keine Formel, ohne die Einheit des Tarifs zu lesen.
Slippage ist keine zusätzliche Pauschalgebühr
Nehmen wir an, der geplante Verkauf zu 20.039 wird tatsächlich erst zu 20.035 ausgeführt. Das Preisergebnis beträgt dann (20.035 − 20.001) × 0,50 = 17 Euro. Nach den beiden angenommenen Gebühren bleiben 15 Euro, vor Finanzierung.
Gegenüber dem vorherigen Ausführungsszenario fehlen zwei Euro. Sie sind bereits im schlechteren Verkaufspreis enthalten. Ziehst du zusätzlich nochmals zwei Euro „Slippage“ ab, ist auch das doppelt gezählt. Slippage kann positiv oder negativ sein; sie ist vorab keine sicher bekannte feste Gebühr. Bei Stops können Ausführungspreis und Auslösepreis auseinanderliegen, wie IG an Stop-Orders erläutert.
Kosten können einen kleinen Gewinn in einen Verlust verwandeln
Bei einem angenommenen Verkauf zu 20.003 beträgt das Preisergebnis nur (20.003 − 20.001) × 0,50 = 1 Euro. Nach insgesamt zwei Euro separaten Gebühren bleiben −1 Euro.
Für unser Intraday-Beispiel wären vier Punkte Preisabstand nötig, um die zwei Euro Gebühren zu decken: 2 ÷ 0,50 = 4. Der tatsächliche Verkaufspreis müsste damit bei 20.005 liegen, bevor Finanzierung oder weitere Kosten anfallen. Dieser Break-even-Wert gilt ausschließlich für unsere Annahmen.
So führst du dein Kostenblatt
Das Kostenblatt öffnen und drucken enthält das ausgefüllte Beispiel und leere Felder für Broker, Instrument, Kontowährung, Tarifdatum, Ausführungen und Buchungen. Die Beispielwerte als CSV kannst du in eine Tabellenkalkulation übernehmen. Beide Dateien sind Arbeitsunterlagen, kein automatischer Tarifrechner.
Notiere zu jeder Position tatsächliche Ein-/Ausstiegspreise und separat gebuchte Beträge. Für eine Nachbetrachtung verwendest du die Abrechnung, für die Vorplanung aktuelle Konditionen und ausdrücklich gekennzeichnete Annahmen. Steuern sind in unseren Zahlen nicht berücksichtigt. Kontogebühren ordnest du dem betrachteten Zeitraum zu, statt sie ohne Erklärung in jeden Trade einzurechnen.
Der nächste Schritt
Im Trading-Journal mit Excel-Vorlage kannst du Ausführungen und separate Kosten zusammenführen und das Nettoergebnis auf das ursprüngliche Kursrisiko beziehen.
Plane Kosten bereits bei der Positionsgröße ein und halte sie von der Margin getrennt. Die Buchseite zu „Der Trading-Code“ zeigt dir den weiterführenden Lernweg und die verfügbaren Ausgaben.