Ein CFD-Broker stellt den Zugang zu Differenzkontrakten bereit. Du spekulierst auf Preisänderungen eines Basiswerts, ohne ihn durch diesen Kontrakt zu besitzen. Deshalb reicht es beim Vergleich nicht, nach „Aktien“, „Gold“ oder „DAX“ in einer Instrumentenliste zu suchen. Die konkrete Kontraktspezifikation entscheidet über Geldwirkung und Risiko.
CFDs sind komplexe Hebelprodukte mit hohem Verlustrisiko. Eine kleine Mindesteinzahlung oder eine übersichtliche App macht sie nicht automatisch für Einsteiger geeignet.
Dein Vertragspartner ist Teil des Produkts
CFDs werden typischerweise außerbörslich mit dem Anbieter abgeschlossen. Wie dieser seine Risiken intern verrechnet oder extern absichert, ist von deinem eigenen Vertrag zu unterscheiden. Ein Broker muss nicht jeden Kundentrade einzeln durch den Kauf des Basiswerts absichern. Die BaFin beschreibt interne Risikoübernahme und externe Absicherung.
Prüfe die Ausführungsgrundsätze und die Informationen über Interessenkonflikte. Begriffe wie „STP“ oder „Marketmaker“ ersetzen diese Unterlagen nicht. Eine Absicherung des Anbieters garantiert dir weder einen Ausführungspreis noch eine Auszahlung im Insolvenzfall.
Fünf Angaben, die du vor einer Order brauchst
| Angabe | Bedeutung für deine Entscheidung |
|---|---|
| Kontraktgröße und Mindestmenge | Legen fest, welche kleinste Geldbewegung je Punkt möglich ist |
| Margin und Glattstellung | Bestimmen Sicherheiten und mögliche automatische Schließungen |
| Handelszeiten und Preisquelle | Erklären, wann und auf welcher Grundlage ein Kurs gestellt wird |
| Spread, Kommission und Finanzierung | Bestimmen Kosten für Einstieg, Ausstieg und Haltedauer |
| Laufzeit und Anpassungen | Regeln Verfall, Rollvorgänge oder Buchungen bei Kapitalmaßnahmen |
Nicht jeder CFD hat dieselbe Mindestgröße. Auch „ohne feste Laufzeit“ bedeutet nicht „ohne laufende Kosten“. Bei einem Kontrakt mit Bezug auf einen Future musst du insbesondere nach Ablauf- und Rollregeln suchen.
Beispiel: Eine kleine Margin, ein großer Marktwert
Für einen fiktiven Index-CFD nehmen wir einen Kurs von 20.000 und eine gesamte Positionsgröße von 1 Euro je Punkt an. Der rechnerische Marktwert beträgt 20.000 Euro. Bei angenommenen 5 Prozent Anfangsmargin werden 1.000 Euro Sicherheit benötigt.
Ein Rückgang um 100 Punkte erzeugt bei einer Long-Position 100 Euro Preisverlust. Das sind 0,5 Prozent des Marktwerts, aber 10 Prozent der anfänglichen Margin. Spread, Finanzierung und weitere Kosten sind noch nicht berücksichtigt. Die Margin ist kein fest vereinbarter Höchstverlust dieses Trades.
Ein Stop 100 Punkte unter Einstieg begrenzt den geplanten Abstand. Bei einer Kurslücke kann die tatsächliche Ausführung schlechter sein. Außerdem können weitere offene Positionen das Konto belasten und eine automatische Glattstellung auslösen. Rechne deshalb auf Kontoebene; die Margin-Erklärung führt das aus.
Welchen Schutz deutsche Kleinanleger prüfen sollten
Die BaFin-Leitlinien zur CFD-Allgemeinverfügung nennen unter anderem Anfangsmarginschutz, Margin-Glattstellungsschutz, Ausschluss der Nachschusspflicht sowie Risikowarnungen und das Verbot bestimmter Anreize. Diese Anforderungen betreffen das CFD-Angebot an Kleinanleger in Deutschland. Sie sind keine weltweite Eigenschaft jeder Marke oder jedes professionellen Kontos.
Die Hebelgrenzen unterscheiden sich nach Basiswert. „Hebel 30“ ist keine pauschale Grenze für jeden CFD. Ein größerer Hebel ist außerdem kein Qualitätsmerkmal. Ein Wechsel zur professionellen Einstufung oder zu einem anderen Konzernunternehmen kann Schutzrechte verändern; wähle ihn nicht bloß, um mehr Kaufkraft zu erhalten.
So vergleichst du zwei konkrete Angebote
Lege zuerst fest: exaktes Symbol, gewünschte Stückelung, normale Handelszeit, Kontowährung und geplante Haltedauer. Vergleiche dann die Kosten derselben wirtschaftlichen Position. Ein Angebot mit geringem Spread kann bei mehrtägiger Haltedauer durch Finanzierung teurer werden. Ein günstiger Preis hilft dir wenig, wenn die Mindestgröße dein Risikobudget überschreitet.
Dokumentiere im Demo eine Marketorder, einen Stop und eine Teilschließung. Kontrolliere anschließend Position, Restorders und Bericht. Eine gelungene Demo beweist keine künftige Liveausführung, macht aber unpassende Bedienabläufe sichtbar. Ergänze einen Plan für Internet- oder Plattformausfall und suche die offiziellen Kontaktwege vor der Einzahlung heraus.
Entscheidung mit Ausschlusskriterien
Unklare Vertragsfirma, fehlende verständliche Kostenunterlagen oder eine unpassende Mindestgröße sind Gründe, die Auswahl zu stoppen. Wenn du den Basiswert besitzen oder langfristig ohne tägliche Finanzierung halten willst, kann ein Wertpapierdepot besser zum Vorhaben passen als ein CFD-Konto. Nicht zu handeln bleibt ebenfalls eine Möglichkeit.
Der Brokervergleich enthält eine ausfüllbare Entscheidungslogik. Kommerzielle Links stehen auf der Brokerübersicht. TradingCode kann über seine Affiliate-Beziehungen zu AvaTrade und FxPro eine Vergütung erhalten. Das ersetzt keinen individuellen Produktvergleich.
Neu bearbeitet am 26. September 2026. Das Rechenbeispiel ist fiktiv und kein Brokertarif.
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