Devisenhandel bedeutet, eine Währung gegen eine andere zu handeln. Beim Paar EUR/USD drückt der Kurs aus, wie viele US-Dollar ein Euro kostet. Ob du dabei tatsächlich Währungsguthaben tauschst oder einen gehebelten Differenzkontrakt handelst, hängt vom Produkt ab.

Diese Unterscheidung ist wichtiger als die große Zahl des weltweiten Handelsvolumens. Die BIS beziffert den durchschnittlichen täglichen OTC-Devisenumsatz im April 2025 auf 9,5 Billionen US-Dollar. Darin stecken Kassageschäfte und Derivate institutioneller wie anderer Marktteilnehmer. Es ist keine Aussage über die Gewinnchancen privater Forex-Trader.

Ein Währungspaar richtig lesen

Bei EUR/USD = 1,1000 ist EUR die Basiswährung und USD die Kurs- oder Gegenwährung. Ein Euro entspricht in dieser Notierung 1,10 US-Dollar. Steigt der Kurs auf 1,1050, wird der Euro gegenüber dem Dollar teurer. Das bedeutet nicht, dass beide Währungen gegenüber allen anderen Währungen gestiegen oder gefallen sind.

Long EUR/USD bedeutet eine positive Beteiligung an einem steigenden Paarpreis. Bei einem tatsächlichen Devisentausch würdest du Euro kaufen und Dollar abgeben. Ein Long-CFD bildet hingegen eine vertragliche Preisdifferenz ab; du erhältst dadurch nicht einfach frei verfügbares Euro-Guthaben in Höhe des Nominalwerts.

Geldkurs, Briefkurs und Spread

Ein Anbieter zeigt in unserem fiktiven Beispiel 1,1000 / 1,1002 an. Zum Geldkurs 1,1000 kannst du EUR verkaufen, zum Briefkurs 1,1002 EUR kaufen. Die Differenz von 0,0002 ist der Spread.

Kaufst du eine Exposure von 10.000 EUR zu 1,1002 und schließt unmittelbar durch Verkauf zu 1,1000, entstehen bei linearer Abrechnung 10.000 × (1,1000 − 1,1002) = −2 USD vor zusätzlichen Kosten. Es braucht also schon eine günstige Bewegung, um diesen Abstand auszugleichen.

Ein Chart kann nur einen der beiden Kurse oder einen Mittelwert zeigen. Prüfe, welcher Preis eine Order auslöst und welcher für die Ausführung gilt. Das vermeidet falsche Vergleiche zwischen Chartmarkierung und Kontoabrechnung.

Was Pip und Lot bedeuten

Ein Pip ist eine gebräuchliche Einheit für eine Kursänderung. Bei vielen Paaren wie EUR/USD entspricht er 0,0001; bei vielen Yen-Paaren 0,01. Zusätzliche Nachkommastellen können Zehntel-Pips darstellen. Maßgeblich bleibt die konkrete Spezifikation deines Symbols.

Für eine lineare EUR/USD-Position von 10.000 EUR ergibt eine Bewegung von 0,0001 einen Betrag von 1 USD. Bei 100.000 EUR wären es 10 USD. „Ein Lot“ wird im Forex-Kontext häufig für 100.000 Einheiten der Basiswährung verwendet, ist aber keine sichere universelle Annahme für jedes Produkt und jede Plattform.

Gewinn in Dollar ist noch kein Gewinn in Euro

Wir rechnen mit erfundenen tatsächlichen Ausführungspreisen, ohne separate Kosten:

Rechenschritt Ergebnis
Long-Exposure 10.000 EUR
Einstieg / Ausstieg 1,1000 / 1,1050 USD je EUR
Preisänderung 0,0050 = 50 Pips
Ergebnis in USD 10.000 × 0,0050 = 50 USD
Umrechnung bei angenommenen 1,1050 USD je EUR 50 ÷ 1,1050 = 45,25 EUR gerundet

Fällt der Ausstieg auf 1,0950, beträgt das Ergebnis −50 USD, umgerechnet zu diesem Kurs etwa −45,66 EUR. Währungskurs und eventuelle Umrechnungsgebühr beeinflussen also die Darstellung auf einem Eurokonto. Der Broker kann andere Abrechnungskurse oder Zeitpunkte verwenden.

Ein bereits in den Ausführungspreisen enthaltener Spread wird nicht erneut abgezogen. Separate Kommissionen, Finanzierung und Umrechnungskosten müssen dagegen hinzukommen. Dazu hilft die CFD-Kostenrechnung.

Warum ein Hebel nicht die Kursbewegung verbessert

Bei angenommenem Nominalwert von 10.000 Euro und einer beispielhaften Sicherheitsanforderung von fünf Prozent würdest du 500 Euro Margin hinterlegen. Das ist eine Rechenannahme, kein aktueller Brokertarif. Die Position reagiert weiterhin auf den vollen Nominalwert.

Der Hebel macht denselben Kursausschlag relativ zur Sicherheit größer. Er erzeugt keinen besseren Einstieg und keine höhere Trefferquote. Die Margin-Erklärung trennt Sicherheit, Kontorisiko und mögliche Zwangsschließung.

Forex ist keine einzige zentrale Börse

Der außerbörsliche Devisenmarkt besteht aus vielen Teilnehmern und Handelsbeziehungen. Eine Retail-Plattform ist nicht automatisch ein direkter Anschluss an ein zentrales Interbanken-Orderbuch. Die CFTC erklärt für den US-Retail-OTC-Handel die Rolle des Dealers als Gegenpartei. Die konkreten Zulassungsregeln dieses US-Dokuments sind nicht unverändert auf ein deutsches Konto übertragbar.

Auch „rund um die Uhr“ braucht eine Einschränkung: Der internationale Handel erstreckt sich über viele Zeitzonen, aber dein Produkt hat eigene Handels- und Wartungszeiten. Wochenenden, Feiertage und Nachrichten können Liquidität, Spread und Eröffnungskurse verändern. Ein Stop garantiert dabei keinen Ausführungspreis.

Eine Übung vor der ersten echten Order

Notiere für genau ein Symbol: Basiswährung, Abrechnungswährung, Kontraktgröße, kleinste Menge, Pipgröße, Spread, separate Kosten und Handelszeiten. Berechne dann Gewinn und Verlust bei 10, 25 und 50 Pips. Kontrolliere im Demokonto, ob die angezeigten Beträge zu deiner Rechnung passen.

Unser Lernplan ordnet diese Schritte. Wer die Grundlagen zusammenhängend lesen möchte, findet auf der Buchseite zu „Der Trading-Code“ unser eigenes Buch. Die Zahlen dieses Artikels sind Lernbeispiele und keine Handelsaufforderung.